Immer der Sonne nach, aber erst gegen Abend.

Inhalt


Clemens muss erwachsen werden. Und das ausgerechnet in N., einer drögen Stadt im Norden des Ostens, die keinen so einfach entlässt, bevor sie sich nicht an ihm vergangen hat. Am liebsten macht er sich gegen Abend auf den Weg, wenn ihn die Sonne in ihren Bann zieht; während er tagsüber ganz andere Sorgen und renitente Genossen sowie die Stasi im Genick hat.  

 

Zum Glück und zur Abwechslung gibt es Konzerte, Kumpels, Bier. Beziehungsweise noch wichtiger: Malte, oder Claire - die Hormone nicht zu vergessen. Obwohl Clemens diesen, wie auch den Atomen, nicht so recht über den Weg traut. Lieber denkt er an Kafka und Camus, beobachtet Ameisen oder durchsucht den Himmel. 

 

Clemens scheint pausenlos unterwegs zu sein, auf Hiddensee, in Moskau, in Mecklenburg und im restlichen Land, dessen Menschen er für sich entdeckt. Dabei kommt ihm immer wieder die Zeit gedanklich in die Quere, die Heimat gerät in Gefahr - und die Liebe gleich mit. Zum Nachdenken bringt ihn anfangs Einsteins Zunge, später Chopins Herz … und ein Zettel Papier, wie eine Flaschenpost aus einem „Land vor unserer Zeit“ …

 


Leseprobe

( … ) Aus meiner Schultasche ragte - hoffentlich für alle unsichtbar - ein dünner durchsichtiger Schlauch, der auf der einen Seite in einer angebrochenen Weinflasche steckte, die ich mit ein paar Schulbüchern fest arretiert hatte. Das andere Ende steckte in meiner hohlen Hand. Bis dorthin hatte ich meine Pipeline vorsichtig unter einem langärmligen Hemd durchgeschoben. Es war ein Schlauch, den sie im Krankenhaus für Infusionen verwendeten. Und sowas in der Art verpasste ich mir jetzt gerade auch. Ich setzte mir hin und wieder einen Schluck Weißwein, indem ich die Hand wie beim Gähnen an den Mund hielt und vorsichtig daran saugte. Beim Trinken durfte ich natürlich kein Geräusch machen und mich auch nicht verschlucken. Und vor allem, niemand durfte etwas mitkriegen, schließlich spielte ich gerade mit meiner schulischen Zukunft. Ich genoss gar nicht so sehr den Wein, sondern vielmehr den Umstand, an dieser schönen Schule etwas total Unerhörtes zu tun. Es war ein bisschen wie Russisch Roulette, allerdings ohne scharfe Munition und in einem anderen Schulfach. Nach zwei Schulstunden war die Flasche leer, ich hab´s nie wieder gewagt, eine neue Leitung zu legen. Manchmal musste man die Dinge so lassen wie sie sind. ( … )

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